Ursprung des Ohligser Fußballs

 

Die Geschichte des BSC Union Solingen 1897 liest sich wie eine Ahnentafel. In den Solinger Stadtteilen Ohligs und Wald, die vor dem Jahr 1929 noch selbstständige Gemeinden waren, und schließlich dem Stadtteil Aufderhöhe, liegen die Wurzeln des heutigen BSC Union Solingen. Beginnen wir bei unserer Reise durch die Vereinsgeschichte der Union am Ursprung des Ohligser Fußballs.

 

Ohligser Fußballclub 06

 

Der Ohligser Fußballclub 06 gilt seither als ältester Ohligser Fußballverein. Gegründet wurde der OFC am 1. Juni 1906 unter dem Namen FC Urania. Nachdem der Verein dem Westdeutschen Spielverbund beigetreten ist, schlossen sich die Viktoria aus Ohligs und der Straßenclub Grünstraße der Urania an. Geboren war der Ohligser Fußballclub. Die Vereinsfarben waren Schwarz-weiß.

Der Schützenplatz, die Tränke und ein Platz gegenüber der Schule Broßhaus dienten als Spielstätten. Innerhalb von sechs Jahren stieg der OFC von der C-Klasse, in die A-Klasse auf. Inzwischen trugen die Ohligser ihre Heimspiele auf einem neuen Platz am Schlachtplatz, also unweit des heutigen Brabants, aus. Der erste Weltkrieg brachte einen tiefen Einschnitt in die Aufbauarbeit des OFC. Doch bereits 1918 ging es wieder los. Man zog dabei jedoch weg vom Schlachthof, nach Merscheid. Inzwischen hatte sich der OFC an der neuen Heimstätte auf einem Platz an der Merscheider Straße einen Namen als technisch versierte Mannschaft gemacht. Bereits in jenen Jahren lag dem Vorstand die Jugendarbeit besonders am Herzen. 1929 stieg der Ohligser FC 09 in die Bezirksklasse auf, 1931 sogar in die höhere Sonderklasse. Während des zweiten Weltkrieges wurde der Spielbetrieb mit einer Kriegsspielgemeinschaft aufrechtgehalten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in der Saison 1945/46 eine Solinger Stadtmeisterschaft ausgespielt. Die Ohligser gewannen das Finale gegen den VfL Wald und qualifizierten sich für die Bezirksliga Berg/Mark. Zwei Saisons später (1948) stieg der OFC sogar in die damals zweitklassige Landesliga Niederrhein auf.

 

VfR Ohligs 07

 

Der Ohligser Fußballclub stand jahrzehntelang in Rivalität mit dem VfR Ohligs 07 und teilte auch zeitweise die Sportstätte mit ihm. Der spätere Verein für Rasensport wurde 1907 als Ballspielverein Einigkeit aus der Taufe gehoben. Die Vereinsfarben des zweiten Ohligser Fußballvereins waren Schwarz-gelb, gespielt wurde auf dem Schützenplatz, wenige Meter von der späteren Kultstätte, dem Stadion am HLW entfernt. Erkennbar waren die Einigkeit-Spieler an den für sie typischen schwarzen Schirmmützen. 1908 trat die Einigkeit dem Westdeutschen Spielverbund bei und trug ihre Heimspiele an der Tränke aus. In wenigen Jahren stieg man ebenfalls in die A-Klasse auf. Die Entwicklung der Urania (dem späteren OFC) und der Einigkeit (des späteren VfR) verlief also ziemlich parallel.

Im ersten Weltkrieg spielten alle Ohligser Fußballer zusammen. 1919 wurde aus der Einigkeit offiziell der Verein für Rasensport 07. Als der OFC nach Merscheid wanderte, übernahm der VfR 1919 die Anlage am Schlachthof an der Hildener Straße und setzte zu einem sportlichen Höhenflug an. 1920 Meister der A-Klasse, 1921 Aufstieg in die erstklassige Kreisliga Berg, 1930 Aufstieg in die erstklassige Bezirksliga. Während der OFC sich nur auf den Fußball konzentrierte, besaß der VfR schon frühzeitig eine Reihe anderer Abteilungen. Unter anderem gab es eine Ring- und Stemmabteilung, eine Leichathletikabteilung, eine Faustball- und eine Handballabteilung. 1937 erreichten die Ohligser erstmals die Aufstiegsrunde zur neugeschaffenen erstklassigen Gauliga, scheiterten jedoch knapp. Im folgenden Jahr mussten der VfR dem VfR Rot-Weiß Essen den Vortritt lassen. Im dritten Anlauf gelang der Aufstieg. In der Qualifikation setzte man sich gegen Borussia Velbert und Borussia Mönchengladbach durch. 1939/40 spielte der VfR Ohligs also in der damalig höchsten deutschen Spielklasse. Schon damals setzten die Ohligser ein Beispiel für Solingen. Dies war die Zeit, in der der VfR gegen Spitzenteams wie Fortuna Düsseldorf, VfL Benrath oder Duisburger SV antrat. Nach dem direkten Wiederabstieg, konnten die Ohligser 1942 ein viertes Mal die Aufstiegsrunde erreichen. Scheiterten jedoch erneut. Der zweite Weltkrieg hatte dem VfR schwer zugesetzt. Im Gegenteil zum OFC hatte es der Verein sehr schwer, wieder auf sportliche Erfolge auszugehen.

Ballspielverein 1912 Ohligs (VfL Ohligs 09)

 

Das gleiche gilt auch für den dritten Ohligser Fußballverein, dem Ballspielverein 1912 Ohligs. Gegründet wurde der Verein am 21.8.1912 als BV Adler Ohligs. Der Ballspielverein trug seine Heimspiele am Hermann-Löns-Weg, wo sich heute das Friedhofsgelände befindet, also in direkter Nachbarschaft zum späteren Stadion am Hermann-Löns-Weg, aus. Da der BV Adler seine Heimstätte mitten in der Heide, zwischen Birken und Heidekraut besaß, hatten sie bald den Spitznamen Heideblümchen weg. Die Fußballer des BV Adler hatte nie sportliche Höheflüge im Sinn, sondern gaben sich eher gerne gesellig. Von 1921 bis 1922 fusionierte der BV Adler mit der Fußballabteilung des TV 88 Ohligs zum TBV Ohligs. 1934/35 kam der BV Adler zu seinem größten sportlichen Erfolg, dem Aufstieg in die A-Klasse. In der Folgezeit schlugen sich die Heideblümchen wacker in ihrer Spielklasse. In der Zwischenzeit fusionierte der BV Adler mit dem VfL Ohligs zum VfL Ohligs 1912.

Dann kam das Jahr 1949 und die Geburtsstunde des Ohligser Großvereins Sportclub Union Ohligs 06. Den drei Vereinen Ohligser FC, VfR Ohligs und VfL Ohligs 1912 (ehemals BV Adler) schloss sich der Allgemeine Turnerbund (ATB Ohligs) zur Bildung Ohligs erster Sport-Union an.

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